Datum: 4. April 2026 | Lesezeit: 4 Minuten | Autor: Daan Mulder
Wer die Geschichte des Roulettes nachschlägt, will meist zweierlei wissen: woher das Spiel stammt und ob sich daraus etwas ableiten lässt. Dieser Artikel beantwortete das früher mit einer niederländischen Folklore ohne jede Quelle — Amsterdam als Roulettehauptstadt vor Monte Carlo, ein Fischer, der 1952 in Scheveningen seinen Monatslohn auf die 17 setzte. Diese Geschichten sind entfernt. Es folgt, was tatsächlich geschehen ist.
Woher das Rad kommt
Die stets erzählte Version beginnt bei Blaise Pascal, Mitte des 17. Jahrhunderts: Auf der Suche nach einem Perpetuum mobile soll er ein drehendes Rad gebaut haben, das sich zwar nicht ewig drehte, aber blieb. Ob es genau so war, lässt sich nicht belegen — es ist die Überlieferung, und so sollten Sie es auch lesen.
Sicher ist, dass das Spiel in seiner heutigen Form Ende des 18. Jahrhunderts in Paris auftaucht. Eine französische Beschreibung von 1796 nennt ein Rad im Palais-Royal mit zwei Bankfeldern: einer Null und einer Doppelnull. Diese beiden Felder sind das gesamte Geschäftsmodell. Der Rest des Rades zahlt so aus, als gäbe es sechsunddreißig Zahlen; die Nullen sorgen dafür, dass es mehr sind.
Die eine Entscheidung, die modernes Roulette prägte
1843 taten die Brüder François und Louis Blanc im hessischen Bad Homburg etwas kaufmännisch Gewagtes: Sie entfernten die Doppelnull. Das war keine Großzügigkeit, sondern Wettbewerb — ein Rad mit einer Null zahlt Spielern besser aus und zog sie damit von der Konkurrenz ab.
Rechnen Sie nach, und Sie sehen, warum das der wichtigste Moment der Spielgeschichte ist. Bei zwei Nullen gibt es 38 Felder, eine einzelne Zahl zahlt 35:1 → Hausvorteil 2/38 = 5,26 %. Bei einer Null sind es 37 Felder bei gleicher Auszahlung → 1/37 = 2,70 %. Gleicher Einsatz, gleiches Spiel, knapp die Hälfte der Kosten.
François Blanc brachte dasselbe Rad ab 1863 nach Monte Carlo, und die einfache Null wurde zum europäischen Standard. In den Vereinigten Staaten blieb die Doppelnull; manche amerikanischen Räder des 19. Jahrhunderts trugen sogar ein drittes Bankfeld mit einem Adler, was den Vorteil weiter erhöhte. Der Unterschied zwischen «europäisch» und «amerikanisch» am heutigen Tisch ist genau dieses Erbstück.
Die Zahl 666
Roulette heißt mitunter «Teufelsspiel», und der Beiname hat einen nachvollziehbaren Ursprung: Addieren Sie die Zahlen 1 bis 36, kommen Sie auf 666. Die Summe stimmt — probieren Sie es — und aus ihr wuchs die Legende, Pascal habe seine Seele verkauft. Dieser Teil ist Folklore. Die Rechnung ist das einzig Nachprüfbare daran, und genau das macht sie erzählenswert.
Warum alle die 17 spielen
Eine Behauptung der alten Fassung stimmte halb: Die 17 ist tatsächlich die meistgespielte Zahl. Nur hat das nichts mit den Niederlanden zu tun. Sie liegt in der Mitte des Tableaus, dort, wo ein ausgestreckter Arm von selbst landet, und ist weltweit die am häufigsten gesetzte Einzelzahl. Dazu gehört die bekannteste Roulette-Anekdote überhaupt: Sean Connery soll 1963 in Monte Carlo dreimal hintereinander die 17 getroffen haben.
Die nüchterne Hälfte gehört unmittelbar daneben, sonst wird daraus eine Strategie. Eine beliebte Zahl zahlt genau so viel wie eine unbeliebte, und die Chance ist für beide 1 zu 37. Beliebtheit ändert nur, mit wie vielen Menschen Sie einen Gewinn teilen — und beim Roulette teilen Sie ihn nicht.
Die niederländische Geschichte, ohne Erfindungen
Die ehrliche Fassung ist kürzer und nützlicher als die erfundene. Die Niederlande haben keine jahrhundertealte Roulettetradition, sondern eine junge und gut dokumentierte.
Legale Casinos gibt es dort erst seit 1976, als Holland Casino als Staatsbetrieb seinen ersten Standort eröffnete. Allein damit fällt die alte «Legende von Scheveningen 1952» in sich zusammen: Es gab kein legales Casino, in dem sie hätte stattfinden können. Und der lizenzierte Online-Markt besteht erst seit dem 1. Oktober 2021, als das Fernglücksspielgesetz in Kraft trat und die Kansspelautoriteit die ersten Lizenzen vergab.
Deshalb macht diese Seite auch keine Aussagen mehr über «vollständige KSA-Compliance». Ob ein Anbieter eine niederländische Lizenz hält, steht im Register der Kansspelautoriteit und sonst nirgends — eine Blogseite kann das nicht für Sie bestätigen und sollte es nicht versuchen.
Was die Geschichte einem Spieler wirklich bringt
Genau eine Sache, und sie ist der einzige Punkt hier, der unmittelbar Geld ausmacht: Wählen Sie das Rad. Französische Tische mit La Partage oder En Prison geben bei der Null die Hälfte des Einsatzes auf einfache Chancen zurück, was den Hausvorteil dort auf 1,35 % senkt. Europäisch (eine Null) liegt bei 2,70 %. Amerikanisch (zwei Nullen) bei 5,26 %.
Dieser Unterschied ist keine Strategie und kein System — er ist eine Entscheidung vor dem ersten Einsatz, und die einzige am Tisch, auf die die Geschichte tatsächlich eine Antwort gibt.
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Fuer mentale Staerke am Tisch lohnt sich zudem Einzigartige psychologische Blackjack-Tricks.
Und wenn die Feiertage anstehen, bekommt dieselbe Geschichte eine zusaetzliche emotionale Ebene: Entdecken Sie Fest, Emotion und Gewinn.
Offizielle Informationen zu verantwortungsvollem Spielen: UK Gambling Commission.
